Kuhsdorf

Vorschaubild

Informationen zum Ort

 

Kuhsdorf ist ein Straßendorf, das erstmals 1318 erwähnt wurde. Bullendorf ging aus einer Gutssiedlung hervor und wurde 1306 erstmals erwähnt.
 
Die frühe Geschichte der beiden Dörfer ist eng verbunden mit der dort seit dem 13. Jahrhundert ansässigen Familie von Quitzow, die durch ihr Raubrittertum Berühmtheit erlangte. Nach dem dreißigjährigen Krieg ermöglichte die Familie einen raschen Wiederaufbau, indem Victor von Quitzow aus dem Exil zurückkehrte und seine Leute in die bis auf einen alten Mann verwaisten Dörfer mitbrachte. Mit dem Tod August Heinrichs von Quitzow, der bei der Kuhsdorfer Kirche beigesetzt wurde, erlosch 1824 der Mannesstamm der märkischen Quitzows.
 
Die Feldsteinkirche in Kuhsdorf, die um das 14. Jahrhundert erbaut wurde, ist ebenso wie das Pfarrhaus von 1707 ein Baudenkmal. Regelmäßig am "Tag des Denkmals" können diese Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen, besichtigt werden. Neben der Kanzel im Barockstil gibt es zwei Fenster mit sehenswerten Glasmalereien. Das eine wurde 1920 von Frau Rittergutsbesitzerin Ketter gestiftet und zeigt den Heiland. Die andere Glasmalerei stammt aus dem 13. Jahrhundert und stellt u.a. Conrad von Quitzow dar. Sie wird in einem Gedicht von W. Micheel über die Kuhsdorfer Kirche erwähnt.
 
Die Kirche von Kuhsdorf

Dem schmucken Dorf entragt, efeuumsponnen,
Das Gotteshaus; ein Turm von wucht´ger Breite
Steht trutzig ernst an seines Giebels Seite.
Halb Kirche ist´s, halb Burg - so ward begonnen.
 
Der feste Bau, als eben abgewonnen
Dem Wenden erst das Prignitzland, das weite,
Das nur zu oft in grimmigen, heißen Streite
Mit edlem deutschen Blute war beronnen.-
 
Das Glasgemäld´ dort in des Fensters Rahmen,
Der Zeit des Interregnums zugesprochen,
Zeigt gut erkennbar noch die Quitzows Namen.
 
Hier, wo ein kühn Geschlecht ununterbrochen
Jahrhunderte gewirkt, ohn´ zu erlahm,
Spürst hier du nicht den Puls der Vorzeit pochen.
 
Unter Naturdenkmalschutz steht der Gutspark in Bullendorf.
Der Zusammenhalt und das kulturelle Erbe der Gemeinde wird durch die Fraueninitiative gefördert, welche gemeinsam mit der ortsansässigen Feuerwehr und den Einwohnern im Dorf Volks- und Dorffeste organisiert und durchführt.
 
1998 wurde das Dorfgemeinschaftshaus fertiggestellt. In diesem Gebäude ist nicht nur die Technik der Wehr untergebracht, sondern auch ein großer Raum, mit Küche, Terrasse und anschließendem Spielplatz der den Einwohnern zum Feiern zur Verfügung steht.
(Terminanfragen unter: Ronny Dettke Tel.: 03395 / 401950 o. 0173 / 6028087)
 
Der landwirtschaftliche Charakter der beiden Dörfer wird im wesentlichen durch die Agrardienstleistungsgesellschaft Hagemann-Hülsebeck- GbR, der Hagemann Dienste GmbH sowie durch die Agrargenossenschaft „Zur Heerstraße" geprägt.
 
Zahlreiche Feldwege, die die umliegenden Dörfer miteinander verbinden, laden zum Wandern und Radfahren ein. Ein beliebtes Wanderziel sind die "Kronsberge", die sich in einem Waldgebiet um Kuhsdorf befinden. Diese Erhebung bietet einen guten Aussichtspunkt über Kuhsdorf und Umgebung.
 
Geplant ist auch die Streckenweiterführung der alten Pollo-Kleinbahn

von Mesendorf kommend über Bullendorf und Kuhsdorf bis nach Pritzwalk.