Freiwillige Feuerwehr Groß Pankow

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100 Jahre Feuerwehr Groß Pankow

 

Am 24. Januar 1913 war es, da gründeten Groß Pankower ihre Ortsfeuerwehr. Erster Wehrführer war damals Tischlermeister Karl Langwisch. 30 aktive und 11 passive Mitglieder hatte die Wehr damals. Im Gründungsprotokoll von diesem Tag ist in altdeutscher Schrift nachzulesen: "Zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr war auf heute um 15 Uhr im Ehlertschen Gasthofe hier selbst, eine öffentliche Versammlung anberaumt worden." Genau 100 Jahre später trafen sich die heutigen Kameraden mit den Wehrführern Herbert Seifert und Frank Effland zu einer Festsitzung. Richtig gefeiert werden soll aber auch noch, und zwar mit möglichst vielen Gästen am 10. August am Feuerwehrgerätehaus gleich neben dem Groß Pankower Rathaus. Es wurde übrigens 1998 fertig gestellt. Ist heute bestückt mit moderner Technik. So mit dem Tanklöschfahrzeug TLF 16/24, das die Wehr 2002 erhielt.

 

Bis 1995, also zu seinem 65. Lebensjahr, war Weidenhöft aktiv dabei, erlebte sowohl die Entwicklung der Wehr zu DDR-Zeiten wie auch nach der Wende mit. Fast wie aus der Pistole geschossen kann er aufzählen, wann es welche Technik gab, wann neue Gebäude entstanden. So erreichte die Wehr ab 1929 mit der TS 4, einer Tragkraftspritze, 400 Liter Wasserleistung pro Minute. 1941 wurde sie dann mit einer TS 8 noch schlagkräftiger. „Die war bis 1962 im Einsatz, dann bekamen wir das erste Fahrzeug, einen Robur TS 8. Der hatte eine Tragkraftspritze auf dem Auto, keine extra Pumpe, so dass wir auch die alte TS 8 behielten“, blickt Weidenhöft zurück. Doch das neue Fahrzeug machte auch den Bau eines neuen Gerätehauses erforderlich. Es entstand ebenfalls 1962 in der damaligen Dorfstraße. 17 000 Mark der DDR erbrachten die Kameraden dabei in Eigenleistungen. Bereits drei Jahre vorher hatten sie mit viel Eigenleistung schon einen Schlauchturm errichtet. Er steht schon lange nicht mehr, mehrere Stürme machten ihm den Garaus. Und auch das ehemalige Feuerwehrgrundstück ist heute in Privatbesitz. Mit dem Bau des neuen, modernen Gerätehauses wurde 1993 begonnen. Es steht unmittelbar neben der Amtsverwaltung. Kurz zuvor gab es auch ein neues Löschfahrzeug, ein LF 16, „doch unser Robur LF 8 aus dem Jahre 1986 leistete dann noch in einer anderen Wehr gute Dienste“, berichtet Weidenhöft. Er stand selbst eine Zeit lang der Groß Pankower Wehr vor, nämlich von 1971 bis 74. „Unser damaliger Wehrleiter hatte gesundheitliche Probleme, deshalb setzte man mich kommissarisch ein. Aber ich war nicht in der Partei, zudem wehrte ich mich dagegen, dass Feuerwehrleute für die Kampfgruppen abgeworben wurden, das hat den oberen Herren nicht gepasst“, erzählt der heute 83-Jährige. So tauschte er sozusagen mit dem Gerätewart die Funktion.

 

Fest in Erinnerung sind ihm bis heute die Brände in Groß Pankow. „Der größte war am 5. Februar 1949, da stand das Sägewerk mit Baugeschäft in Flammen. Außer dem Trockenschuppen und den Büroräumen blieb nichts stehen. Man vermutete damals Brandstiftung“ blickt Weidenhöft zurück und erzählt, dass der Betrieb noch im gleichen Jahr wieder aufgebaut wurde. Zum Glück auch für ihn, „denn ich hatte so dort weiter Arbeit“. 1951 dann brannte eine große Feldscheune nieder, dort, wo heute der Wolfshagener Damm die Straße des Friedens kreuzt. „Annähernd 12 Siedler hatten dort ihr Getreide eingefahren. Davon blieb nichts übrig, alles wurde ein Opfer der Flammen“. Und Weidenhöft erinnert sich auch an den Stallbrand 1966/67 in der oberen Dorfstraße. „Die Ställe waren mit Stroh eingedeckt, das brannte wie Zunder. Die dort Beschäftigten hatten zu tun, sich selbst zu retten“, berichtet er. Viele der Schweine in den Ställen seien verbrannt, „nur einige konnten rechtzeitig raus geholt werden“.

 

Heute fährt Weidenhöft nicht mehr mit zu Einsätzen raus, steht der Wehr als Senior aber immer noch zur Seite, hat beispielsweise tatkräftig an der Chronik über die 100 Jahre Feuerwehrgeschichte mitgearbeitet. Zwar sind weder sein Sohn noch sein Enkel in seine Fußstapfen getreten – Letzterer lebt in Wolfsburg, und der Sohn ist Berufskraftfahrer, die Woche über kaum zu Hause – dennoch freut sich Weidenhöft, dass es wieder besser mit dem Nachwuchs klappt. „Dagobert Kaping engagiert sich sehr dafür, und mit Erfolg. 2012 belegte die Groß Pankower Jugendwehr beim Gemeindefeuerwehrtag den 2. Platz. Vielleicht schaffen sie in diesem Jahr den Sieg“, hofft Weidenhöft.